Universitätsmedizin Mainz führt Clinical Data Repository (CDR) für Patientenversorgung und Forschung ein

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Teams der Universitätsmedizin Mainz und der Projektpartner vor dem UM-Gebäude

Die Digitalisierung an der Universitätsmedizin Mainz (UM) im Rahmen des Zukunftsprogramms UM.Digital hat einen weiteren wichtigen Meilenstein erreicht: Als eine der ersten deutschen Universitätskliniken führt die UM ein Clinical Data Repository (CDR) nicht nur für die Forschung, sondern auch explizit für die Patientenversorgung ein.  

In der herstellerunabhängigen Datenplattform „UM.Core“ sollen künftig Patientendaten aus verschiedenen klinischen IT-Systemen der UM systemübergreifend zusammengeführt und verfügbar gemacht werden. Dies erlaubt einen klinikweit einheitlicheren und umfassenden Blick auf Patient:innen sowie deren Behandlungsverlauf und steigert die Effizienz im klinischen Alltag. Umgesetzt wird das Projekt mit einem rein europäischen Partnerkonsortium aus x-tention, Better und Tieto Caretech. 

In der Universitätsmedizin Mainz arbeiten mehr als 60 Kliniken, Institute und Abteilungen fächerübergreifend in 11 Departments zusammen und behandeln jährlich rund 395.000 Menschen stationär und ambulant. Die klinische IT-Landschaft der UM ist hochspezialisiert und über viele Jahre gewachsen. Relevante Patientendaten entstehen in unterschiedlichen Systemen – je nach Ausrichtung der jeweiligen Fachklinik. Bei der schnell wachsenden Digitalisierung einer Universitätsmedizin wurde es immer aufwendiger, Daten miteinander zu vernetzen und bereitzustellen.   

Daher hat sich die Universitätsmedizin Mainz als eine der ersten Universitätskliniken in Deutschland entschieden, ein Clinical Data Repository (CDR) explizit für die Patientenversorgung einzuführen, in dem klinische Daten strukturiert zusammengeführt und konsolidiert werden. Über „UM.Core“ können an der Behandlung der Patient:innen beteiligte Personen benutzerfreundlich, effizient und sicher relevante patientenbezogene Daten auf einen Blick strukturiert abrufen. Dadurch wird der Suchaufwand reduziert, Entscheidungsgrundlagen werden verbessert und die Patientensicherheit gestärkt. Auch für die Forschung ergeben sich wesentliche Synergien. 

„UM.Core zielt darauf ab, klinische Daten künftig in einem CDR in höchstem Grad strukturiert verfügbar zu machen, um eine einheitlichere Sicht auf Patient:innen und deren Behandlungsverlauf zu ermöglichen. Gleichzeitig bietet die offene Architektur der Plattform das Potential für eine verbesserte Vernetzung und für mehr Kooperationen in Patientenversorgung und Forschung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Ralf Kiesslich, Vorstandsvorsitzender und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. Und betont: „Ich freue mich, dass wir das CDR explizit auch für die klinische Patientenversorgung einführen. Wir sind damit Pionier in Deutschland und gestalten die Medizin der Zukunft aktiv mit.“

„Das Projekt ‚UM.Core‘ leistet im Rahmen unseres Zukunftsprogramms UM.Digital einen wichtigen Beitrag für die digitale Souveränität, die Versorgungsqualität und eine exzellente Forschung. Darüber hinaus bildet das CDR eine Basis für die zukünftig datenzentrierte, plattformorientierte IT-Landschaft an unserem Standort. Mit einem zukunftsfähigen Betriebsmodell stellt sich der IT-Bereich dem wachsenden Wettbewerb um Fachkräfte“, ergänzt Stefan Smers, Leitung des Geschäftsbereichs IT an der UM.

Daten aus verschiedenen Systemen werden zusammengeführt 

Konkret werden in „UM.Core“ Daten aus verschiedenen Quellsystemen in nahezu Echtzeit zusammengeführt, strukturiert aufbereitet und zentral in einer Oberfläche visualisiert. In den Quellsystemen, wie beispielsweise „COPRA“, verbleiben die Daten ebenfalls, wodurch sie redundant vorliegen. Im Ergebnis sind die Daten nicht mehr nur isoliert in einzelnen, herstellerspezifischen Systemen vorhanden, sondern zusätzlich in einer offenen, standardisierten Datenplattform. Sie bildet eine wichtige Säule für ein zukunftsfähiges Ausfallkonzept. So sichert die UM bewusst und langfristig ihre eigene herstellerunabhängige Datenhoheit über sensible klinische Daten.  

„UM.Core“ wird durch den externen IT-Dienstleister x-tention in Form eines Managed Service in einer zertifizierten Private Health Cloud betrieben. Die technologische Grundlage für die offene, standardisierte Datenhaltung bildet die Plattform von Better. Tieto Caretech bringt mit der Lifecare Open Platform und SmartUI die Komponenten für rollenbasierte klinische Darstellungen und nutzerorientierte Anwendungen ein. Die Datenhaltung im CDR erfolgt dabei in openEHR – einem internationalen Standard für die Entwicklung interoperabler Anwendungssysteme, der auf lebenslange Datenhaltung ausgelegt ist. Für die Datenübermittlung aus den Quellsystemen kommen standardisierte Fast Healthcare Interoperability Resources (FHIR®) zum Einsatz. Die Integration der Datenströme aus den Quellsystemen erfolgt über MACH | Orchestra. Die fachliche Projektsteuerung sowie die klinische Validierung der Datenbausteine liegen bei der Universitätsmedizin Mainz. 

„Das Vertrauen, das die Universitätsmedizin Mainz in uns setzt, ist für uns Ansporn und Verpflichtung zugleich“, so Herbert Stöger, Geschäftsführer und Gründer von x-tention. „Mit dem Aufbau einer herstellerneutralen Datenplattform geht das Haus einen Schritt, den wir für wegweisend halten – nicht nur für die eigene Einrichtung, sondern für die gesamte Krankenhauslandschaft. Gemeinsam mit unseren Partnern Better und Tieto Caretech sind wir überzeugt: Die Zukunft der klinischen IT liegt in offenen Datenplattformen.“

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